Die Geschichte des GPS

Damals war es eine Herausforderung für die Technik, heute ist es kaum noch aus dem Alltag wegzudenken – Das GPS-Satellitensystem. Über zwanzig Jahre hat es seit 1973 gedauert, bis das System betriebsbereit war, letztendlich entwickelte das US-Verteidigungsministerium jedoch das erste funktionsfähige „Global Navigation Satellite System“, das GPS. Heute ist es auch für Privatpersonen kein Problem mehr, GPS zu nutzen, betrieben wird das Ortungssystem aber immer noch von der US Air Force.

Das GPS in den Babyschuhen

1978 wurden erstmals GPS-Satelliten in ihre Umlaufbahn, 20.000 Kilometer im All, geschickt. Einige Jahre später, im Jahr 1989 installierte man die zweite Generation der Satelliten, die sogenannten „Block-II-Satelliten“ und löste die Vorgängergeneration Stück für Stück mit diesen ab.

Doch der Austausch sollte nicht die einzige Neuerung in den 1980ern sein. Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte des GPS bildet der Abschuss der Korean Airlines Flight 007, einer koreanische Linienmaschine im Jahre 1983. Die Maschine war vom Kurs abgekommen und in sowjetischen Luftraum geflogen, dort wurde sie von sowjetischen Abfangjägern abgeschossen. Für den damaligen US-Präsidenten Reagan stand nach dieser Tragödie fest, dass das GPS-System auch für die zivile Nutzung bestimmt sein solle, sobald es fertiggestellt sei.

1994 war es dann soweit – Die Fertigstellung des GPS steckte in den letzten Vorbereitungen. Mittlerweile hatten die Block-II-Satelliten die Satellitenkonstellation im All vervollständigt, so dass 1995 dann endlich die volle Betriebsbereitschaft durch das US-Verkehrsministerium bekannt gegeben wurde. Doch auch, wenn die Zivilisation nun in der Lage war, ebenfalls GPS zu nutzen, mussten sie Abstriche machen. Der Empfang wurde künstlich verschlechtert, so dass Privatpersonen lediglich die Möglichkeit hatten, Positionen mit einer Genauigkeit von rund 100 Metern zu bestimmen. Diese künstliche Verschlechterung, die sogenannte „Selective Availability“, wurde im Jahr 2000 dann komplett abgeschaltet, seitdem können auch private GPS-Nutzer Standorte mit einem Radius von 10 Metern orten.

GPS heute

Im Mai 2017 wird ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des GPS gelegt – Die bereits getauschten Block-II-Satelliten werden -etwas verzögert- von der nächsten Generation, den Block-III-Satelliten, abgelöst. Anfang 2016 noch waren insgesamt 30 funktionsfähige Geräte in der Umlaufbahn unterwegs, die erste Generation der Satelliten muss aber nach 7,5 Jahren, die zweite Generation nach 12 Jahren ausgetauscht werden. Die Modelle werden ununterbrochen weiterentwickelt, stückweise jedoch durch aktuellere, moderne GPS-Satelliten ausgetauscht, in diesem Falle von den Block-III-Satelliten.

Durch Fortschritte in der Technik und stetiger Forschung wurde das GPS-Netz in den vergangenen Jahren enorm verfeinert und verbessert, so dass es heutzutage weitaus mehr als die einfache Ortungstechnik zu bieten hat. Das sogenannte A-GPS beispielsweise ermöglicht eine schnellere Ortung mit GPS per Mobilfunk. So verbindet das A-GPS die Positionsbestimmung mit „Assistenzinformationen“, die per Mobilfunknetz gesendet werden. Was erstmal kompliziert klingt, bedeutet auf den Alltag bezogen die tägliche Handynavigation, beispielsweise in Städten oder während längerer Autofahrten. Mit GPS gearbeitet wird unter anderem aber auch bei ortsabhängiger Werbung, Apps zum Leute treffen oder den Standortbestimmungen in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Snapchat etc.

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